23.02.2016

Gründung Selbsthilfegruppe Speiseröhrenkrebs im Bereich Lauenburg / Westmecklenburg

Bei der Selbsthilfekontaktstelle in Mölln ist die Gründung einer neuen Selbsthilfegruppe bei Speiseröhrenkrebs geplant. Ein junger betroffener Mann sucht den Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen nach einer Speiseröhren-Resektion. Dies stellt eine große Herausforderung für die Betroffenen dar und auch für die Angehörigen, die auch zum Gruppentreffen dazu kommen können. Der Einzugsbereich für diese Gruppe wird über den Kreis Herzogtum Lauenburg hinaus auch nach Westmecklenburg gehen.

Insbesondere geht es dem Betroffenen auch um die Früherkennung gerade auch bei jungen Menschen beim Auftreten der sog. Refluxkrankheit, die relativ einfach operativ zu behandeln ist. Der Kontakt wird hergestellt über die KIBIS in Mölln und in Geesthacht.

www.kibis-herzogtum-lauenburg.de/

 

Weitere Informationen:

 

Leben mit einer Speiseröhren- Resektion nach Speiseröhrenkrebs - Ein Betroffener aus Mölln sucht den Erfahrungsaustausch – Angehörige sind mit eingeladen 

Ein Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist eine besonders tückische Krebserkrankung: Da der Krebs erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome wie Schluckbeschwerden verursacht, wird er meist erst spät entdeckt. Wie bei fast jeder Krebserkrankung, verschlechtert eine späte Diagnose die Überlebenschancen – im Fall eines Ösophaguskarzinoms sogar erheblich.

Speiseröhrenkrebs: Beschreibung

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist weltweit betrachtet eine relativ häufige Krebserkrankung. In Deutschland ist Speiseröhrenkrebs jedoch eher selten. Jährlich erkranken nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut in Deutschland ungefähr 1000 Frauen und 4000 Männer daran. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 66 Jahren. Speiseröhrenkrebs vor dem 40. Lebensjahr ist selten. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen (Inzidenz) nimmt seit den 1980er-Jahren kontinuierlich zu. Insbesondere bei Frauen steigt die Zahl der Speiseröhrenkrebs-Neuerkrankungen auffallend stark an.

Ärzte gehen davon aus, dass die stetig zunehmenden Erkrankungsfälle von Speiseröhrenkrebs in den letzten Jahrzehnten auf Lebensstilfaktoren wie übermäßiges Essen sowie den Konsum von Alkohol und Nikotin zurückzuführen sind. Diese Faktoren begünstigen die sogenannte Refluxkrankheit. Reflux bedeutet, dass saurer Magensaft in die Speiseröhre gelangt und dort die Schleimhaut schädigt. Die Refluxkrankheit ist maßgeblich an der Entstehung eines Adenokarzinoms der Speiseröhre beteiligt.  (Dies ist nebenbei gesagt ein Mechanisches Problem welches problemlos behoben werden kann) Hier schließt die Magenklappe nicht vollständig und der säurehaltige Mageninhalt greift die Schleimhautschicht der Speiseröhre an.Obwohl sich die Prognose von Speiseröhrenkrebs in den letzten Jahrzehnten durch die heutigen Therapiemöglichkeiten schon deutlich verbessert hat, sterben viele Menschen an den Tumoren. Von den Patienten, die die Diagnose Ösophaguskarzinom erhalten, überleben nur etwa 15 bis 20 Prozent die nächsten fünf Jahre.

Das Ziel dieser Selbsthilfegruppe soll primär die Hilfe zur Selbsthilfe sein .Die Gruppentreffen  in der Selbsthilfegruppe dienen dem Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Unterstützung von Betroffenen, aber auch deren Angehörigen.

Da sich das Leben nach der Ösophagusredsektion/ Magenhochzug unweigerlich grundlegend ändert, ist es vor dem Hintergrund der anatomischen Veränderung, von eminenter Bedeutung, dieses neue Lebensgefühl zu akzeptieren und sich damit zu arrangieren. Auch wenn es zunächst gerade bzgl. Der Nahrungsaufnahme extrem anstrengend und ungewohnt sein kann.

Hier kann der Austausch mit Betroffenen und deren Erfahrungswerten zur Bewältigung des alltäglichen Lebens von großer Bedeutung sein. Auch für Angehörige, die diese grundlegend veränderte Lebenssituation erfahren, ist es unerlässlich, diese ungewohnt körperlichen und seelischen Herausforderungen zu akzeptieren und sich darauf einzulassen. Man muss sich neu definieren, in jeder Hinsicht.